Olbernhau
Übersicht:
Die Anfänge des Ortes Olbernhau lagen in der Zeit des 12. bis 13. Jahrhunderts, die erste nachweisliche, urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1434. Bereits 1681 hatte der Rittergutsbesitzer die Konzession zur Anlegung einer Rohrschmiede erworben; 1703 wurden Büchsenmacher „aus Suhl und anderen Orten“ angesiedelt und eine Gewehrmanufaktur errichtet. Im 18. Jahrhundert erlangte die Spielzeugherstellung des Erzgebirges internationale Bedeutung.
Besondere Bedeutung für die Entwicklung des Gemeinwesens und die Förderung der Gewerbe hatte die 1537 gegründete Saigerhütte Grünthal. Der Denkmalkomplex Saigerhütte ist einer der bemerkenswertesten europäischen Standorte zur Geschichte des Hüttenwesens und untrennbar mit dem erzgebirgischen Silberbergbau verbunden.
Die Stadt hat gegenwärtig ca. 10.000 Einwohner.
Eisen in Olbernhau
Es war am Johannistag des Jahres 1537, als der Annaberger Bergmeister Hans Lienhardt, auch Leonhardt geschrieben, „...einen Raum obendig Olbernhaw...“ von den Herren von Berbisdorf auf Lauterstein und dem Herrn Sebastian von der Weytmil und Comotau (heute Chomutov, Böhmen) erwarb, um eine Saigerhütte zu gründen. Das Saigerverfahren, vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in den Schmelzhütten am Frauentor in Nürnberg erfunden, war eine technische Meisterleistung in damaliger Zeit und diente vorrangig der Entsilberung der Kupfererze. Die Silberausbeute erbrachte einen Reinertrag von durchschnittlich 18 Lot pro Zentner Kupfer. Das sind nach damaliger Gewichtseinheit rund 300 Gramm Silber (1 Lot = 16,66 Gramm). Damit konnte das Bergregal, das vorschrieb, dass alle „hohen Metalle“ in der kurfürstlichen Münze abzuliefern seien, gewinnbringend umgangen werden.
Die neuen Produktionsstufen: Frischen, Saigern, Darren und Garmachen ergaben beim Endprodukt „Raffinadekupfer“ eine Reinheit von 96-98 %. Sie verliehen dem roten Metall eine besondere Geschmeidigkeit, so dass es sich leicht unter den Hämmern verarbeiten ließ, nach kurzer Zeit korrodierte und sich mit der begehrten grünen Patina überzog.
Beim abschließenden Treibeprozess wurde das leichtflüssige Blei vom Silber getrennt und der ersten Produktionsstufe wieder zugeführt.
Die Wahl des Standortes für ein solches Unternehmen erfolgte aufgrund des Wasser- und Waldreichtums der Gegend, der zum Betreiben dieses Werkes von ausschlaggebender Bedeutung war – die Holzkohleherstellung für die Saigerhütte Grünthal brauchte pro Jahr einen Waldbestand von weit über 100 Hektar. Lienhardt, der sehr hoch investiert hatte, sah sich bereits im zweiten Jahr gezwungen, süddeutsches Kaufmannskapital aufzunehmen1550 finden wir die Saigerhütte Grünthal im Besitz des reichen Annaberger Bergherren Christoph Uthmann, dessen Frau Barbara durch die Einführung der Spitzenklöppelei weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus bekannt wurde. Nach Christoph Uthmanns Tod entzog der Kurfürst den Erben das Ankaufmonopol aller Kupfererze, und somit waren die Erben gezwungen, für nur 8000 Meißnische Gulden 1567 an ihn zu verkaufen. Damit gelangte das Werk in sächsischen Staatsbesitz und entwickelte sich in der Folgezeit zu einer der führenden Bergfabriken, bis es im Jahr 1873 der Besitzer des Auerhammers in Aue, Franz Adolph Lange, erwarb und zu einem modernen Kupfer- und Messingwalzwerk ausbaute.
Heute sind noch 22 historische Bauten erhalten, die überwiegend von einer nach dem Dreißigjährigen Krieg errichteten Wehrmauer umschlossen werden. Der wichtigste Teil des gesamten Objektes, die „Lange Hütte“, wurde im Jahre 1952 wegen Baufälligkeit abgerissen.
Der Kupferhammer („Althammer“) gehörte 1567 ebenfalls zur Bausubstanz der Saigerhütte. Er wird den Besuchern heute noch voll funktionstüchtig vorgeführt. Die Kraftübertragung auf die Schwanzhammeranlage erfolgt über eine mächtige Welle, die von einem mittelschlächtigen Wasserrad angetrieben wird. Berühmt in aller Welt wurde das Grünthaler Dachkupfer, das weit über 400 Profan- und Sakralbauten zierte und zum Teil noch immer schmückt. 1914 lief die Produktion hier aus.
Tourismus
Die Stadt liegt in einem 13 km langen Tal, das von Bergrücken umgeben ist, die sich mit ihren Höhen von 700 bis 800 m bis zu 250 m über die Talsohle erheben. Olbernhau ist reich an Naturschönheiten – als Ausgangspunkt für Wanderungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, für Fahrten in die Umgebung mit ihren landschaftlichen und kulturhistorischen Besonderheiten hat die Stadt eine verkehrsgünstige Lage. Die Entfernung für eine Reise mit PKW nach Prag liegt bei 100 und nach Dresden bei 80 km.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Saigerhütte.
Gute Übernachtungsmöglichkeiten, eine Vielzahl von Gaststätten und ein vielfältiges Angebot an ausgeschilderten Wandermöglichkeiten runden den touristischen Aspekt ab. Über die Internetseite von Olbernhau, Spalte Tourismus, lässt sich ein breites, aktuelles Angebot abfragen.
Impressionen Saigerhütte Olbernhau
Address:
Stadtverwaltung OlbernhauGrünthaler Straße 28
D-09526 Olbernhau
Tel. +49 (0)37360 150
http://www.olbernhau.de
info@olbernhau.de
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